Südafrika - Geschichte und Rum


Geschichte des Rums in Südafrika

Südafrika gilt als  sogenannte Wiege der Menschheit, da die ältesten Fossilfunde von Vorfahren der Gattung Homo (Hominini) auf ein Alter von etwa 3,5 bis 4 Millionen Jahren datiert werden. Während der Frühgeschichte siedelte im südlichen Afrika das Volk der San, das bis heute Reste steinzeitlichen Lebens bewahrt hat. Von Norden wanderten, wahrscheinlich seit dem dritten Jahrhundert, Bantu-Völker in das Land und bevölkerten insbesondere den Osten Südafrikas. Nachdem der Portugiese Bartolomeu Diaz 1488 erstmalig die Südspitze Afrikas erreichte, gründete die Niederländische Ostindien-Kompanie erst 1652 mit Kapstadt die erste Siedlung am Kap, die sich rasch zur Kapkolonie erweiterte. Diese wurde 1806 von den Briten in Besitz genommen. Nach Norden auswandernde europäisch-stämmige „Buren“ gründeten daraufhin verschiedene Burenrepubliken. Die burisch-englischen Konflikte gipfelten im Ersten (1880–1881) und im Zweiten Burenkrieg (1899–1902). Nach der Eingliederung der Burenrepubliken in das Britische Königreich entstand 1910 die Südafrikanische Union, als selbst regiertes Dominion im britischen Commonwealth. 1926 erhielt Südafrika die faktische Souveränität, 1931 auch formal die gesetzgeberische Unabhängigkeit von Grossbritannien. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschritt Südafrika mit dem System der Apartheid einen rassistischen „Sonderweg“, der erst nach 1989/90 überwunden wurde. Es ist nicht genau überliefert wann Zuckerrohr in der Geschichte Südafrikas zu einem tragenden Pfeiler der lokalen Wirtschaft wurde, doch zählt Südafrika mittlerweile zu den 20 grössten Zuckerrohrproduzenten weltweit. Interessanterweise hat in all den Jahren kein Produzent den Schritt vom Zucker zum Rum gewagt und erst in den letzten Jahren ist eine lokale Rum-Szene aufgeblüht. Es handelt sich hierbei mehrheitlich um kleine Craft-Destillerien, die nicht nur Rum produzieren. Das Fehlen einer Rum-Tradition und einer eigenen Rum-Kultur in Südafrika hat dazu geführt, dass die Brennereien völlig unterschiedliche Wege bei der Rum-Produktion eingeschlagen haben, so dass es nebst Agricole Rums, Melasse Rums und High Ester Rums auch Cachaça-ähnliche Produkte gibt. Die äusserst spannende Rum-Szene wächst ständig, so dass hier ein Auszug der aktuell tätigen Brennereien aufgeführt wird:

  • Distillery 031 (gegr. 2008)
  • Inverroche Distillery (gegr. 2008)
  • 25 Degrees South Distillery (gegr. 2013)
  • Time Anchor Distillery (gegr. 2013)
  • MHOBA Rum (gegr. 2013)
  • Tapanga Rum (gegr. 2013)
  • Zulu Rum (gegr. 2013)
  • Brickmaker’s Distilling Co. (gegr. 2016)
  • De Vry Distillery (gegr. 2016)
  • Deep South Distillery - Copeland Rum (gegr. 2017)
  • The Whistler Rum Distillery (gegr. 2017)
  • Innocent Spirits Distillery (gegr. ?)
  • Durbanville Distillery Rum (gegr. ?)
  • African Spirits Distillery (gegr. ?)

Rum Raritäten aus Südafrika

Habitation Velier Mhoba 2017

Die Mhoba Rum Distillery wurde von Robert Greaves 2013 gegründet und befindet sich im Nordosten von Südafrika. In kleinen Serien werden in Handarbeit jeweils zehn verschiedene Single Estate oder Single Sugarcane (eine einzige Sorte Zuckerrohr) Rumsorten hergestellt. Hierbei wird der Rum statt aus Melasse aus Zuckerrohrsaft hergestellt, wofür eine südafrikanische Zuckerrohrsorte verwendet wird (Nkomazi Zuckerrohr), die auf der Farm neben der Destillerie angebaut wird. Zur Fermentation wird regionale Backhefe oder auch wilde Hefesorten verwendet, die Maischezeit beträgt je nach Produkt ein bis drei Wochen. Gebrannt wird anschliessend auf einer von Graeves entworfenen eisernen Brennblase, deren Eigenschaften die Entstehung schwerer und besonders aromatischer Rums begünstigen. Vorliegender Rum wurde 2017 gebrannt und reifte anschliessend 4 Jahre in Ex-Bourbon-Fässern vor Ort. Mit einem Angel‘s Share von 22% wurde der Rum 2021 in Fassstärke abgefüllt. Er weist 571,3 gr/HLAP an Kongenere auf und ist somit ein sehr aromatischer Rum.

  • Jahrgang: 2017
  • Alter: 4 Jahre
  • Alkoholgehalt: 64,6% vol.
  • Füllmenge: 0,7l
  • Degustations-Note: In der Nase süsse und würzige Aromen von Vanille, Nelken und schwarzem Pfeffer mit rauchigem Beiklang. Am Gaumen konzentrierte und warme Noten von Kaffeebohnen und Karamell. Langer Abgang mit etwas Kakao und geräuchertem Holz.
Habitation Velier Mhoba 2017

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